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Die Überquerung der Vercors-Hochebene (Teil 1)
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Nun gut. Wir wanderten weiter. Den nächsten Weg, der nach links wegging, durften wir nicht nehmen. Der zweite war dann eine Abkürzung, die nicht auf der Karte als Wanderweg eingezeichnet ist. Wenn wir den verpassten, war es nicht schlimm. Es würde dann nochmals eine Abzweigung nach links kommen, das wäre dann der richtige nach Chichillanne.
Wir wanderten eine Zeit lang und keine Abzweigungen kamen. Langsam wurde es uns etwas "g'schmuch". Wir mussten unbedingt die GR 91 verlassen, denn die führte erstens nach Châtillon-en-Diois und zweitens war die Distanz zur nächsten Cabane hier zu weit.
Als wir dann plötzlich vor einer Abzweigung standen, mussten wir die Esel weiden lassen, damit wir Zeit hatten, uns einigermassen zu orientieren. Es war nämlich keine einfache Abzweigung nach links, wie erwartet, sondern eine Kreuzung von GR 91 und GR 93 und noch einem kleinen Weg nach links, aber ohne Markierungen. So! - Wir waren also im wahrsten Sinne des Wortes zu weit gegangen. Der Weg, den wir sahen und glaubten, nicht nehmen zu dürfen, war also unser Weg nach Chichillanne. Zurückgehen hätte zuviel Zeit gekostet. So, wie ich die Situation in Erinnerung hatte, würde der unmarkierte Weg links am nächsten Berg vorbeiführen und irgendwann in den Chichillanne-Weg einmünden. Nach langer Diskussion entschieden wir uns, diesen zu nehmen.
Tierschädel Der Weg war anfangs breit und gut zu finden. Würde er uns nach Chichillanne führen?  
Wir waren also wieder unterwegs. Wenn alles gut ginge, würden wir morgen in Chichillanne sein. Wir hatten mit Ruth's Vater abgemacht, dass wir vor Chichillanne ein Telefon geben wenn etwas schiefgehen würde. Er wollte uns am Donnerstag in Chichillanne besuchen, bevor er nach Australien zurück flog. Etwa eine halbe Stunde war vergangen, als der Weg unverhofft die Richtung wechselte und steil in die Tiefe führte.
Das konnte nicht sein, es war der falsche Weg! Also, zurück zum Ausgangspunkt, es war noch nicht viel Zeit vergangen. Nun brauchten nochmals wir (und nicht die Esel) einen "Weidehalt". Was sollten wir tun? Zurück und den richtigen Weg suchen, mit dem Risiko, dass wir ihn nicht fanden oder irgendwo herumirrten und die Lebensmittel ausgingen? Gab es eine andere Lösung? Die GR 93 würde nach Archiane führen, aber welche Richtung mussten wir gehen, links oder rechts?
Wir sollten vermehrt lernen, auf die Intuition zu hören Wir sollten vermehrt lernen, uns auf die Intuition zu verlassen!
Und dann kam mir in den Sinn, dass die Wahrheit schon vorhanden war. Das Alles-was-ist (so nenne ich Gott) wusste sie. Wir mussten nur fragen. Nach kurzer Meditation gab es keinen Zweifel mehr, welchen Weg wir nehmen würden.

Fortsetzung folgt...

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Die Eselreise in die Provence