
| > Höhepunkte > Tagebuch > Album > Gästebuch Die Überquerung der Vercors-Hochebene (Teil 1)
Nun
gut. Wir wanderten weiter. Den nächsten Weg, der nach
links wegging, durften wir nicht nehmen. Der zweite war dann
eine Abkürzung, die nicht auf der Karte als Wanderweg
eingezeichnet ist. Wenn wir den verpassten, war es nicht schlimm.
Es würde dann nochmals eine Abzweigung nach links kommen,
das wäre dann der richtige nach Chichillanne.
Wir wanderten
eine Zeit lang und keine Abzweigungen kamen. Langsam wurde
es uns etwas "g'schmuch". Wir mussten unbedingt die
GR 91 verlassen, denn die führte erstens nach Châtillon-en-Diois
und zweitens war die Distanz zur nächsten Cabane hier
zu weit.
Als wir dann
plötzlich vor einer Abzweigung standen, mussten wir die
Esel weiden lassen, damit wir Zeit hatten, uns einigermassen
zu orientieren. Es war nämlich keine einfache Abzweigung
nach links, wie erwartet, sondern eine Kreuzung von GR 91 und
GR 93 und noch einem kleinen Weg nach links, aber ohne Markierungen.
So! - Wir waren also im wahrsten Sinne des Wortes zu weit gegangen.
Der Weg, den wir sahen und glaubten, nicht nehmen zu dürfen,
war also unser Weg nach Chichillanne. Zurückgehen hätte
zuviel Zeit gekostet. So, wie ich die Situation in Erinnerung
hatte, würde der unmarkierte Weg links am nächsten
Berg vorbeiführen und irgendwann in den Chichillanne-Weg
einmünden. Nach langer Diskussion entschieden wir uns, diesen
zu nehmen.
Und
dann kam mir in den Sinn, dass die Wahrheit schon vorhanden war.
Das Alles-was-ist (so nenne ich Gott) wusste sie. Wir mussten
nur fragen. Nach kurzer Meditation gab es keinen Zweifel mehr,
welchen Weg wir nehmen würden.
Fortsetzung folgt...
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